3.3. Das Ringen um den Scheidieswald
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16.01.1943
Die Schlacht flammte wieder in voller Stärke auf. Der Auftrag blieb für die 96.Inf.Div. der Gleiche. General Noeldechen unterstellte die Kampf- gruppe Silbernagel und das I./G.R.287 wieder Oberst Pohlman. Nach mehrstündiger Artillerievorbereitung griff der Russe erneut mit zahlreichen Panzern an. Seine 11.Sch.Brig. entriss den Kannonieren trotz wiederholter Gegenstöße, bei denen Oberleutnant Jagemann fiel, endgültig die Feuerstellungen der 11. und 12.Bttr., wobei es noch gelungen war, die Geschütze zu sprengen. Die seit dem Vortag neu eingesetzte russische 123.Sch.Div. warf sich mit voller Wucht auf den "Scheidieswald" und die Ringstraße. Oberleutnant Ruprecht und Hautpmann Dresp hielten sich unerschütterlich im Südteil des "Scheidieswaldes", konnten aber nicht verhindern, dass Teile des Lagers verloren gingen. Oberleutnant Battenberg fiel, selbst mit einem seiner Inf.Geschütze schießend. Seine Geschütze wurden schließlich noch feuernd von feindlichen Panzern überwalzt. Gefreiter Bode, ein Kriegsoffiziersbewerber der 14./G.R.284, schoss im Laufe des Tages mit seiner 7,5cm-Pak sechs T 34 ab, der Zug des Stabfeldwebels Scharnhorst drei weitere. Doch auch hier gingen die meisten Pak bis zuletzt feuernd durch Überwalzen verloren.
Tiger-Panzer greifen in den Kampf des Regiments 284 um den Scheidieswald ein. Januar 1943. (Bild 22 im Register)
Hauptmann Pahl, der sich seit Aufstellung des Regiments besonders als Regimentsadjutant hoch bewährt hatte, kam in der Nacht vom Heimat- urlaub zurück und übernahm das II.Btl. Schon in den Mittagsstunden wurde er beim Kampf um die Ringstraße verwundet, während Leutnant Scheele, (8.Kp.), fiel.
Auf einer kleinen Kuppe, seinen Männern weithin sichtbar, fing Oberst Pohlman das Zurückgehen auf und ließ in einer Mulde sammeln unterstützt von seinem Adjutanten, Oberleutnant Sehnert. Ein russischer Panzer wurde erst hinter dem Rgt.Gef.Std. durch ein Geschütz der III./A.R.240 erledigt, andere Panzer blieben vor der Auffangstellung.
Scheidies-Wald Januar 1943
Karte 7 im Kartenregister
An der Spitze seiner Grenadiere stürmte Oberst Pohlman den Südteil des Scheidieswald, unterstützt durch das Abprallerschießen der II./A.R.240 und einige Panzer. So konnte er die eingeschlossene Kampfgruppe Dresp-Ruprecht befreien und im Nahkampf die Bunker des Lagers vom Feind säubern. Da selbst die gegnerischen Verwundeten noch hinterrücks wieder zur Waffe griffen, gab es nur wenige Gefangene. Bis zum Westrand des Waldes durchstoßen gelang nicht mehr, da die Panzer stecken blieben. Bald danach war auch General Noeldechen im "Scheidieslager" und konnte sich vom Kommandeur des G.R.284 die Bereinigung der Lage melden lassen.
In den Abendstunden stürmten Silbernagel und Mensing, die sich auch am Angriff auf den "Scheidieswald" beteiligt hatten, noch das "Pionier- lager". Bei der Kampfgruppe Silbernagel eingesetzte Sturmgeschütze schossen vier T 34 ab. Oft brach der Russe irgendwo durch. In der Nacht auf den 17.01. mussten Silbernagels Männer ansehen, wie hinter ihrem Rücken Russen eine deutsche motorisierte Kolonne angriffen und alles nieder machten. Ein eilig herbeigeführter Stoßtrupp konnte dies Russen vertreiben, für die Kraftfahrer leider zu spät.
Beim G.R.283 griff der Feind mit 60 Panzern an. Auch hier gingen Inf.-Geschütze und Pak, die im tiefen Schnee fast unbeweglich waren, bis zum letzten Augenblick feuernd durch Überwalzen verloren. Die letzte 5cm-Pak schoss noch 2 Panzer ab. Das stark zusammengeschossene III.Btl. igelte sich im Gutshof, etwa 500m vom Krankenhaus Gorodok entfernt, ein. In diesen Kämpfen knackte Obergefreiter Aue einen Panzer.
Auf der Sinjawinohöhe hatte Major Renz mit seinen Pionieren, nunmehr auch noch verstärkt mit zwei Kompanien des Pol.Sch.R. 1 wieder einen schweren Tag. Vorübergehend gelang es dem Russen, die Höhe 43,3 in Besitz zu nehmen, doch warfen ihnn die Pioniere in entschlossenem Gegenstoß bald wieder ins Torfmoor zurück. Die Pol.Schützenkompanien setzte Major Renz an der 24t-Brücke ein. Die 2./Pi.Btl.196 vernichtete an diesem Tag einen russischen Panzer.
So schloss der Großkampftag für die 96.Inf.Div. als ein Abwehrerfolg. Er war allerdings mit bedauerlichen Verlusten an Menschen und Material erkauft worden.