3.1. Angriffe und Gegenangriffe

Übersicht - Divisionsgeschichte

Übersicht - Kapitel IV

Übersicht - Kapitel IV - 3 - Unterseiten

14.01.1943

Der Tag stand im Zeichen schwerer hin- und herwogender Abwehrkämpfe. Auf dem rechten Flügel wurde Rgt.Kdr. Oberst Dorff mit Mensings I./G.R.287 und dem Unterführerlehrgang der Division unter Hptm. Silbernagel in die Abwehr gedrängt, ohne seinen Angriffsbefehl voll durchführen zu können. Nördlich davon mussten sich auch die 11. und 12./A.R.196 mehrerer eingedrungener Panzer erwehren, von denen fünf außer Gefecht gesetzt werden konnten. Von den B-Stellen der Artillerie sah man in breiter Front auf dem Eis des Ladogasees den in mehreren Wellen angrei- fenden Feind.

In der Mitte rang das G.R.284 schwer um des "Scheidieslager" und die Ringstraße. Bis an den Reg.Gef.Std. und die 10./A.R.196 brandeten die beim dünn gewordenen II.Btl. durchgebrochene Russen, ein wildes unübersichtliches Durcheinander, Panzer von vorne und von hinten, überall zwischen den Kusseln. Oberleutnant Battenbergs Infanteriegeschütze und Oberleutnant Cassels Pak feuerten was die Rohre hergaben. Die Chefs standen selbst an den Geschützen.

Lage am 14. und 25.Januar 1943


Bald nach Mittag entstand eine ausgesprochene Krise, als die wenigen eigenen Panzer zum Munitionieren zu- rückfuhren. Dem persönlichen Eingreifen des Obersten Pohlman gelang es in diesem Augenblick, die Rückwärts- bewegung aufzufangen und zunächst den Waldrand wiederzunehmen. Nach Neuordnung der Verbände griff er mit seinen 284er Grenadieren von einigen Panzern unterstützt beiderseits der Ringstraße nach Westen an. In heftigen Nahkämpfen und unter Vernichtung mehrerer Panzer wurde der Feind aufgerollt und damit die alte HKL bis zum Knie der Ringstraße wiederhergestellt.

Das G.R.283 stand den ganzen Tag im schweren aber erfolgreichen Abwehrkampf um Gorodok am E-Werk und Krankenhaus. Allein die 9.Kp. wurde von 26 Panzern überrollt und hielt doch, da es ihr gelang, die nachfolgende Infanterie zusammenzuschießen, eine hervorragende Leistung dieser braven Grenadiere. 24 der durchgebroch- enen Panzer wurden durch die schweren Waffen der 283er Panzerjäger und Geschütze der Artillerie und Flak vernichtet.

Die Watzmänner hatten im zähen Abwehrkampf unter erheblichen Verlusten gehalten, aber im Norden hatte sich die Lage weiter zugespitzt. Zwischen P5, wo Oberst Dorff mit dem Rgt.Gef.Std. des G.R.374 Verbindung aufgenommen hatte, und P1 bis 3, wo Oberst Lamey mit seinem G.R.328, dabei die Schn.Abt.196 (Maj. Pautz), hielt, war der Russe durchgebrochen und hatte sich mit den im Osten beiderseits P8 angreifenden Divisionen vereinigt. P8 hielt tapfer stand, dort saß als V.B. des A.R.196 Leutnant Sievers mit einigen Funkern. In diesem Kessel am Seeufer kämpfte auch seit der Nacht vom 12. auf 13.01. das II./G.R.287 mit 2 Zügen der 13. und 14./G.R.287 unter Führung des Oberleutnants Pawlowski, dem G.R.412 der 227.Inf.Div. unterstellt.

Das Bataillon hatte den "Schwarzen Weg" zwischen P4 und Lipki im Sturm wiedergenommen, wobei die 7.Kp. ihren Chef, Oberleutnant Mentz, verloren hatte, dessen Nachfolger Oberleutnant Wandt, am folgenden Tag ebenfalls fiel. Bis zum 17.01. hielt hier das Bataillon im Verband des G.R.412 trotz starken Feuers und wieder- holten Feindangriffen und unter erheblichen Verlusten stand.