5.2. Einsatz der Regimenter
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Übersicht - Kapitel IV - 5 - Unterseiten
Oberst Andoy und sein G.R.283 waren die Ersten, die noch Ende Februar in die neuen Stellungen im Abschnitt "Mitte" am "Tigoda-Einbruch" einrückten. Ihn wurde auch noch vom 24.02. bis zum 02.03. das im Aufbau befindliche III./G.R.284 (Major Dr. Ratz) am Bahndamm unterstellt, da sein eigenes II.Btl. noch bei Maluksa festlag. Der Stab des G.R.284 blieb noch in Drosdowo, um die aus der Gegend vom "Klosterdorf" kommenden Reste des Regiments und den neuen Ersatz aufzufangen.
Am 03.03. übernahm Major Pfützner mit dem G.R.284 den Abschnitt "Nord" und löste nördlich der Tigoda die Bautruppen ab. Zunächst wurde nur das III.Btl. (Major Dr. Ratz) eingesetzt; nach etwa 10 Tagen ging Oberleutnant Ruprecht mit dem II.Btl. nach vorne. Er ließ es sich nicht nehmen, schon am 15.03. mit Freiwilligen des jungens Ersatzes ein schneidiges Stoßtruppunternehmen durchzuführen. Um diese Zeit setzte auch, früher als im vergangenen Jahr, das Tauwetter ein.
Allmählich konnten nun auch beim G.R.284 die Verbände geordnet werden. Das II.Btl. hatte die Kompanien Garbe (5.), Görlitz (6.), Neumann (7.) und Ziehler, später Hoefeld (8.), das III.Btl., die Kompanien Strauch (9.), Engler (10.), Poetzsch (11.) und Höfflinghaus (12.), von den Regimentseinheiten führten Leutnant Klein die 13.I.G.Kp., Leutnant Steins die 14.Pak-Kp. und Hauptmann Klein-Schmeink die Stabs.Kp., zu der Radfahrzug, pionierzug, Nachrichtenzug und Stab gehörten. Die Bataillone lösten sich allgeinen gegenseitig ab, um Stellungs- und Ausbildungs- zeit zu wechseln, doch wurden auch gelegentlich einzelne Kompanien getauscht.
Das II./G.R.287 (Hptm Albrecht) war am 01.03. über Pomerjane nach Babinskaja Luka befördert worden, hatte sich hier rasch neu gegliedert und etwas Erstatz aufgenommen, um dann das III./G.R.284 am "Tigoda-Einbruch" abzulösen. Hierzu wurde ihm vom G.R.283 noch die Kompanie Treutel unterstellt. Am 15.03. wurde dann Albrechts Btl. durch das II./G.R.283 (Behrends) abgelöst, um endlich mit mehrwöchiger Auffrischung und Ausbildung beginnen zu können, die der Btl.Kdr. sehr ziebewusst und tatkräftig betrieb.
Oberst Dorff mit seinem G.R.287 übernahm den rechten Abschnitt "Süd" zunächst mit dem I.Btl. (Hptm Magawly, später Hptm Lorenz) links am "Tigoda-Einbruch" und rechts mit dem unterstellten Sich.-Btl.Brock bei Lesno, das Mitte April durch die Schn.Abt.196 (Hptm Scholl) abgelöst wurde. Dann tauschten die Bataillone Lorenz und Albrecht mit Stellungseinsatz und Ausbildungszeit. Schließlich übernahm das I.Btl. den rechten Teil des Abschnitts bei Lesno. Vorübergehend wurde auch einmal die 2.Kp. unter Leutnant Becvar dem G.R.366 der 227.Inf.Div. unterstellt.
Wolchow - Tigoda 1943
In der ganzen Stellungszeit fanden wiederholt Verschiebungen und gegenseitige Ablösungen der Grenadierbataillone und der Schnellen Abteilung statt. Wiederholt wurden auch Bataillone in andere Regimentsabschnitte verschoben, besonders, um Ablösungen an der unangenehmsten Stelle der Front, dem "Finger" oder "Daumen", zu ermöglichen. Dort wurde im Laufe der Zeit alle drei Regimenter eingesetzt.
Am "Finger" war immer was los, auf 80m lag man dem Feind gegenüber, das Kreuzfeuer kam von drei Seiten, Stoßtrupps der Russen brachen des Öfteren ein und wurden von den Watzmännern wieder hinausgeworfen, selbst mit Sprenladungen ging man den eingedrungenen Russen zu Leibe, um sie aus den Bunkern zu vertreiben. So verlor z.B. das II./G.R.284 in 23 Tagen seines Einsatzes dort 10 Tote und 25 Verwundete. Als die 2./G.R.287 (Leutnant Becvar) im Mai hier eingesetzt war, wurde der Btl.Kdr. Hauptmann Lorenz verwundet. Immer wieder beantragte die Division die Räumung des "Fingers", der als Stellung noch unangenehmer als die "Fidele Laus" bei Pogostje war, doch sollte die Genehmigung erst im Herbst erteilt werden.
Auch sonst brachte der "ruhige Stellungskrieg" täglich Verluste, sei es durch Artillerie und Granatwerfer, durch M.G. oder Scharfschützen. Letztere ließen nach, als durch planmäßigen Einsatz von eigenen Scharfschützen den Burschen drüben das Handwerk gelegt wurde. Unteroffizier Hildebrandt, 10./G.R.284, zeichnete sich selbst als Scharfschütze und auch als Leiter dieses Dienstes besonders aus. (Anm.: Auch mein Großvater Johann Fritsch wurde vom 06.12.-12.12.43 zum Scharfschützen ausgebildet. Ob er als Scharfschütze eingesetzt wurde ist nicht bekannt.)
Die Artillerie hatte neben der Abwehr feindlicher Stoßtruppunternehmen und verschiedener Angriffe reichlich Aufgaben wie Störungsfeuer in das feindliche Hinterland, auf Verkehrswege und Truppenlager jenseits der russischen Front. Feindliche Bunkeranlagen wurden planmäßig zerstört, Batteriestellungen, Propaganda-Lautsprecher und im Sommer auch Brückenstege über den Strom bekämpft.
März 1943 - Batt. Chef 7./AR196, Olt. Paul Utermarck auf dem Rückweg von der B-Stelle am Wolchow. Die Überschwemmung des Wolchows ist noch nicht zurück gegangen. Überall steht noch Wasser. Ein Instandsetzungs-Kommando konnte noch nicht reparieren. Die Reparatur-Kommandos wurden erst einmal vorne bei den Kampfständen und Wohnunterständen gebraucht. Und schließlich hielt sich auch keiner dafür verantwortlich, weil er von verschiedenen Einheiten benutzt wurde. Im Winter lag der Schnee höher als der Steg. (Bild 139)
Die Pioniere unter Major Renz waren nun für eine Weile dem infanteristischem Einsatz entzogen und konnten sich ganz ihren eigenen recht reichlichen Aufgaben widmen, Stellungsbau, Wegebau, Anlage von Minenfeldern und pioniertechnische Ausbildung der eigenen Truppe, der Infanterie-Pionierzüge und auch der Pioniere der Luftwaffe wurden betrieben. Die Baukompanie 196 unter Oberleutnant Gehrmann und Ziegeler war besonders im Juli/August beim Knüppeldammbau von Dedelewo nach Bhf. Schar, mit Standort Grjady, im Einsatz.
Nachschub muss vor, bei Tag und Nacht, im Schnee und Schlamm (Bild 9 im Register)
Rittmeister Nennecke als Div.Nachschubführer hatte besonders in den Zeiten des Tauwetters und der Schlammperiode einen schweren Dienst mit seinen Nachschubtruppen. Seiner Umsicht und Tatkraft gelang es, die Aufgaben zu lösen und dabei den Pferdebestand leistungsfähig zu erhalten. Rittmeister Müller-Beierstedt leitete neben seinem Dienst als Verpflegungsoffizier des G.R.284 den Landwirtschaftsbetrieb im Hinter- gelände der Division. Eine Molkerei wurde in einer Kolchose eingerichtet, den einheimischen Bauern waren Trosspferde zur Feldbestellung zur Verfügung gestellt worden.