1.3. Vereitelte Angriffsplanungen
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Juli - August 1942
Schon seit Mitte Juli waren durch Erkundungen zahlreicher Stäbe, Ausbau der Knüppeldämme und Einschieben von Verstärkungsartillerie die Angriffsvorbereitungen zur Bereinigung des Pogostjekessels zu erkennen. Der Divisionsabschnitt wurde schmäler, wobei die 217.Inf.Div. (Generalleutnant Baltzer) Teile des rechten Abschnittes, vormals I.R.284, übernahm und die 223.Inf.Div. (Generalleutnant Lüters) das Westufer des Maluksinskymoores. Doch der geplante Angriff unterblieb, weil russische Angriffe auf Kolpino und an der Tosnamündung die bereitgestellten Reserven nach Norden zog. Mitte August waren daher die Vorbereitungen eingestellt worden.
KdrBespr bei Beresowka, Sommer 42. v.l.n.r.: v. Schleinitz, Pohlman (284), Noack (Artl.), Rose (287), Silbernagel (II/284), Dr. Ratz (III/284), Dr. Moormann (Ic), vorn rechts: Andoy (283), Pautz (Pz.Jg) (Bild 10 im Register)
Mit starken Kräften sollte eine neue Offensive durchgeführt werden, wozu Ende August von der Heeresgruppe Süd die auf der Krim stehende 11.Armee unter Generalfeldmarschall v. Manstein zugeführt wurde. Besonders die schweren Geschütze der Angriffsartillerie, die vor Sewastopol eingesetzt wurden, gaben den Kämpfern der 18.Armee das Gefühl von Erleichterung.
Für die geplanten Aufgaben der 11.Armee, die den nach Norden gerichteten Abschnitt der 18.Armee vom Ladogasee bis nach Oranienbaum übernehmen sollte, sollte v. Manstein insgesamt 12. Inf.-Divisionen, 1 Pz.-Division, 1.Geb.-Division und eine SS-Brigade erhalten, was gegenüber einer russischen Armee mit 19 Schützendivisionen, 1 Schützenbrigade, 1 Grenzwachtbrigade und 1-2 Panzerbrigaden nicht all zuviel war. Geplant war, mit stärkster Artillerie- und Luftwaffenunterstützung die Front bis an den Südrand Leningrads zu durchbrechen und mit 2 Korps nach Osten einzudrehen, um die Newa zu überschreiten.
Die Antransporte der 11.Armee war dem Russen nicht verborgen geblieben, weshalb er durch eine mit verstärkten Kräften geführte Entsatz- offensive für Leningrad an der Ostfront des Flaschenhalses dem deutschen Angriff zuvor kommen wollte. Am 24.08. griff der Russe mit Schwerpunkt Tortolowo und Gaitolowo an, wobei es ihm gelang zunächst bis dicht an die Sinjawinohöhe und die Nachschubstraße nach Schlüsselburg durchzubrechen. So mussten die Divisionen der 11.Armee mit der zuvor eingetroffenen 170.Inf.Div. zuerst dort eingreifen.
04.09.1942
Generalfeldmarschall v. Manstein wurde vom Führer in seinem Hauptquartier angerufen, der erklärte, dass ein sofortiges Eingreifen der 11.Armee an der Front zwischen Wolchow und Newa unerlässlich sei „um eine Katastrophe zu vermeiden“. Manstein sollte die Lage offensiv wiederherstellen. So wurde der durchgebrochene Feind, das IV.Gardekorps mit 7 Schützendivisionen, 6 Schützenbrigaden und 4 Panzerbrigaden eingekesselt und mit einem von starkem Luftwaffeneinsatz unterstützten Zangenangriff vernichtet. Der Russe verlor dabei bis zum 02.10. etwas 12000 Gefangene, weit mehr Gefallene, über 300 Geschütze, 500 Granatwerfer und 244 Panzer. Eines hatte der Russe jedoch erreicht, denn der Angriff der 11.Armee auf Leningrad unterblieb.
Sommer 1942
Eine B-Stelle am Bahndamm bei Pogostje
In Zug seiner Offensive griff der Russe am 27. und 28.08. nach heftiger Feuervorbereitung am Dubok und am Bahndamm an, wurde aber von den Infanterieregimentern 284 und 287 zum Teil im Nahkampf abgewiesen. Hierbei fielen u.a. Oberfeldwebel Stark (14./.I.R.284) ein besonders unternehmungslustiger Zugführer und der für die Verleihung des Deutschen Kreuzes eingegebene Feldwebel Grabe (5./I.R.284). Das zur Aus- bildung herausgezogene I./I.R.287 musste der 223.Inf.Div. zur Verfügung gestellt werden und wurde zur Abwehr bei Woronowo eingesetzt, wo es in heftigen Kämpfen starke Verluste hatte. Sein Kommandeur, Hauptmann Rogahlen, fiel hier am 31.08.
In der Sappe vor Bahnhof Pogostje verabschiedet sich Oberst v. Chappuis (IR 284) von seinem Nachbarn Hptm Rogahlen (I/287), der wenige Wochen später fiel. Sommer 1942 (Bild 11 im Register)