2.1. Einsatz des Grenadierregiments 283
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Dem G.R.283 wurde die Ruhezeit sehr bald wieder unterbrochen, als das Regiment am 16.11. im Abschnitt der 24.Inf.Div. (Generalleutnant v. Tettau) bei Tortolowo und beiderseits der Eisenbahnlinie Swanka - Wolchowstroy, Mga, ostwärts Michailowskij, eingesetzt wurde, verstärkt durch 13. und 14.Kp. des G.R.284.
Es war eine sehr unangenehme Stellung im Brennpunkt der 1.Ladogaseeschlacht vom Spätsommer 1942, deren Spuren an Leichen gefallener Rotarmisten, zerstörten Fahrzeugen, Panzern und Waffen aller Art überall in Massen herumlagen. Schützengräben und Feuerstellungen mit primitiven Unterständen zogen sich über ein flachwelliges, kahles Höhengelände ostwärts der Wälder beiderseits der Tschernaja. Die letzten 1,5km von den Waldrändern bis zu den Stellungen konnten nur bei Dunkelheit oder unsichtigem Wetter zurückgelegt werden. Starker Frost und Schneestürme wechselten mit kurzen Perioden von Tauwetter. So bedeutete das Leben in den Stellungen und der Nachschub, der meist durch Trägertrupps durchgeführt werden musste, eine erhebliche Beanspruchung der Truppe. Besonders schlimm war neben dem Holzmangel die Wasserversorgung, da das Wasser in den Granattrichtern verseucht und selbst zum Waschen unbenutzbar war. Eine starke Verlausung der Truppe war die Folge. Durch zusätzliche Verpflegungs- und Genussmittel konnte glücklicherweise geholfen werden.
283er Grenadiere
Die Kampftätigkeit war ziemlich rege, beide Seiten setzten erhebliche Munitionsmengen für Störungsfeuer ein, wiederholte Stoßtruppunter- nehmungen hielten die Aufmerksamkeit wach. Gegen Ende November wurde die 24.Inf.Div., die an den Wolchow verlegt werden sollte, von der 1.Inf.Div. (Generalleutnant Grase) abgelöst. Am 07.12. nutzte der Russe einen heftigen Schneesturm, der den Watzmännern ins Gesicht wehte, zu einem Angriff mit einem Skibataillon beiderseits der Bahnlinie aus. Doch die 283-Grenadiere waren auf der Wacht und wiesen den Feind mit blutigen Verlusten ab. Als dann der Abschnitt von den prächtigen Ostpreußen der 1.Inf.Div. mit übernommen wurde, schied man gerne aus dieser üblen Stellung und genoss die kurzen Ruhetage im Raum um Kelkolowo um so mehr. Leider waren die Verluste an Toten und Verwundeten dieses „normalen“ Stellungskrieges nicht unerheblich gewesen.
Grenadiere in der Winterschlacht am Ladogasee. (Bild 16 im Register)
Anfang Dezember war die 5. und 7./G.R.284 auf die Sinjawinohöhe vorgeschoben worden zum Schutz der dort eingesetzten Artillerie und zum Stellungsbau nach Erkundung und unter der Aufsicht von Hautpmann Hirthe. Das Wetter brachte starken Frost und Schneefall, dazwischen zur Erschwerung einzelne Tage mit Regen und Tauwetter.
Die Lage in diesem Raum war gegen Jahresende folgende: Von südlich Lodwa bis nördlich Woronowo stand die 223.inf.Div., an sie schloss sich von Mischkino über Tortolowo bis Gaitolowo die 1.Inf.Div. an. Den Bogen um das große Torfmoor südlich des Ladogasees von der Straße Sinjawino, Putilowo über P 8, Lipki am Südufer des Ladogasees bis einschließlich Schlüsselburg hielt die verstärkte 227.Inf.Div. mit 4 Grenadier- regimentern. An sie schloss sich am Newaufer über „Pommernwald“, Marino, Gorodok, dann den berüchtigten Brückenkopf von Dubrowka um- fassend bis an Arbusowo heran, die 170.Inf.Div. an. Das weitere Newaufer bis in die Gegend Otradnoje hielt die 5.Geb.Div., an die sich die SS-Pol.Div. anschloss.
Flaschenhals Ende 1942
Den 2 ½ deutschen Divisionen an der Ostfront des Flaschenhalses lag die russische 8.Armee gegenüber mit der 1.Geb.Div. bei Lodwa und dann nebeneinander bis zum See Teile der 24.Garde-Div. und die 286., 265., 80., 314., 372.Sch.Div., dahinter die 11. als Reserve. Zur Sicherung der Eisstraße über den Ladogasee, über die wie im vorigen Jahr wieder der Nachschub nach Leningrad ging, war die 128.Sch.Div. eingesetzt. Etwa 70 Batterien waren an der Ostfront des Flaschenhalses festgestellt worden. Dahinter stand um Swanka – Wolchowstroy die zum zweiten Mal wieder aufgestellte russische 2.Stoßarmee mit 6 – 7 Divisionen. Auch auf dem jenseitigen Newaufer war der Russe stärker, es war auch bekannt, dass erhebliche Reserven dahinter bereitstanden. Sobald die Newa tragfähiges Eis für Panzer hatte, musste mit dem Großangriff gerechnet werden.