1.2. Angriff Linie Sari Sap - Csolnok - Dorog

Übersicht - Divisionsgeschichte

Übersicht Kapitel - VII

Kapitel VII - 1 - Unterseiten

05.01.1945

Am 5.Januar setzte die Division den Angriff gegen zähen Feindwiderstand fort. Die 283er nahmen in den frühen Morgenstunden die Tuchhalle und die Mühle von Tokod. Etwa in der Linie südostwärts Annavölgyi – ostwärts Tokod – westlich Dorog kam der Angriff infolge starker Verluste zum Stehen. Bei G.R.287 wurde der Führer des II.Btl. Hauptmann Sturm verwundet. Dorog zu nehmen gelang nicht mehr; hier hatte der Russe eingegrabene Stalin-Panzer in Stellung gebracht, die schwer zu fassen waren. Dabei machte sich das Fehlen eigener Panzer bemerkbar, die weiter westlich in dem bergigen Gelände bei Bajna nur mühsam und unter Verlusten Boden gewannen.

06.01.1945

Am 6.Januar übernahm Oberstleutnant Dr. Koch das A.R.196. Von seinem Regiment standen die I. und III.Abteilung im Raum Öröktarna-bny, die II. und IV.Abteilung zwischen Annavölgyi und der Bahn westlich davon. Der Div.Gef.Std. richtete sich für die nächste Zeit in Tokod Mühle ein, während Major i.G. v. Heymann (Ib) von Nyergesujfalu aus den Nachschub regelte. Die San-Einrichtungen und rückwärtigen Dienste lagen im Wesentlichen in den Dörfern entlang der südlichen Uferstraße, der Verwundetenabschub lief über Komorn. Auch an diesem Tag gelang es nicht, den Angriff der Infanterie wesentlich vorzutragen. Die rote Luftwaffe beherrschte den Luftraum und setzte zu zahlreichen Tiefangriffen an.

Div.Gef.Std. Tokod Mühle - Ungarn Februar 1945

v.l.n.r.: Kopper (PiBtl 196), Dr. Koch (AR 196), Magawly (GR 284), Pipo (FüsBtl 96), Kunze (NA 196), Lorenz (GR 287), ...???..., v.Heymann (Ib), Dr. Graatz (IVb), v. Boeltzig (GR 283) sitzend: Harrendorf (Kdr), Burchardt (Ia)

07.01.1945

Am 7.Januar wurde der Angriff gegen die Linie Sari Sap – Csolnog – Dorog fortgesetzt. Es war ein schweres Ringen. Die 284er kämpften um Sari Sap, Pipos Füsiliere zeichneten sich im Kampf um Csolnog aus. Die 283er griffen südlich der Straße Dorog an, die 287er nördlich der Straße. Sie drangen bis in die Mitte des hartnäckig verteidigten Dorog ein, der Kampf wogte hin und her, das II./G.R.283 verlor seinen Führer. Als der Feind am Nachmittag mit Panzern zum Gegenangriff antrat, ging ein Teil der Ortschaft wieder verloren, II.G.R.287 konnte sich im Nordwestteil behaupten.

Infolge der starken feindlichen Überlegenheit kam allmählich der Angriff beim Panzerkorps zum Stehen. Es war nicht gelungen, im ersten Anlauf den Weg zu den eingeschlossenen Kameraden in Budapest freizukämpfen; die hierfür angesetzten Kräfte reichten nicht aus.

Wie man bei der höheren Führung unter dem Einfluss Hitlers die Lage und ihre Notwendigkeiten ansah, zeigt nachfolgender Befehl des Kdr. Generals des IV.SS-Pz-Korps:

Dieser Befehl ist einmal im Wortlaut gebracht worden, weil er bezeichnend ist für die wirklichkeitsfremde Beurteilung der Lage durch Hitler um diese Zeit des Krieges und ihre zwangsläufige Auswirkung auf die Befehlsgebung der höheren Führung. Dass man alles daransetzen musste, die eingeschlossenen Kameraden in Budapest zu befreien, entsprach selbstverständlich der Auffassung alles bis zum jüngsten Grenadier.