1.2. Kämpfe an Dnjestr und Strypa

Übersicht - Divisionsgeschichte

Übersicht - Kapitel VI

Kapitel VI - 1 - Unterseiten

12.04.1944 - 19.04.1944

Die HGr hatte jetzt die Bezeichnung Nordukraine bekommen und wurde von Generalfeldmarschall Model, einem sehr temperamentvollen und energischen Offizier geführt, der beim Führer in hohem Ansehen stand. Mansteins letzten Generalstabschef Generalmajor Busse hatte man ihm zunächst belassen. Die Verbindung zwischen der 1. und 4.Panzerarmee war seit dem Durchbruch von Buczacz gefestigt worden, aber südlich des Dnjestr und beiderseits des Pruth standen noch starke feindliche Kräfte in der Lücke zur Heeresgruppe Südukraine, der vor- maligen H.Gr.A, die den Karpatenpaß von Jablonika und Stanislau, etwa 75 km westlich des Einsatzraumes der 96.Inf.Div. bedrohten. In dieser Lücke hatten bisher nur schwächere ungarische Kräfte gesichert, jetzt wurden deutsche Kräfte zum Angriff angesetzt, um den Feind zurück- zuwerfen und wieder eine zusammenhängende Front herzustellen.

Der neue Auftrag für die Division verlangte eine Verteidigung des Dnjestrufers von der Strypamündung bis zur Höhe 330 ostwärts Uscießko mit Front nach Süden. Der tief eingeschnittene Dnjestr, der sich in zahlreichen Schleifen durch die vielfach bewaldeten Höhen windet, wird von ihnen um 150 bis 250 m überragt und bildet ein beachtliches Hindernis.

Für die Zeit vom 14. bis 24.April ging der Div.Gef.Std. nach Szutromince. Die beiden Grenadierregimenter 284 und 287 lösten sich in der Nacht zum 12.April ohne Schwierigkeiten vom Feind und rückten über Zscieczko in einem langen Nachtmarsch in den neuen Raum, 287 nach Drohiczowka, 284 nach Nagorzany. Eine Zeit lang führte der Marsch nicht weit vom Dnjestrufer entlang.

Die Füsiliere sicherten weiter am Bachgrund bei Torskie und setzten sich in der Nacht vom 13. zum 14.April auf eine Zwischenstellung an der Straße bei Uscieczko ab, um dann in den Morgenstunden über Szutromince nach Latacz zu rücken. Kaum waren sie dort angekommen, als sie wieder nach Osten in Marsch gesetzt wurden, weil der Feind bei Czerwonograd bei der 82.Inf.Div. eingebrochen war. Als das Füs.Btl.96 eintraf, war die Lage aber schon bereinigt und die Füsiliere gingen im Wald bei Czerwonograd zur Ruhe über, die nur durch das Absuchen eines Wald- geländes durch die Kompanie des Oberleutnant Krug kurz unterbrochen wurde. Die nächsten Tage verliefen für die Watzmänner ohne besondere Ereignisse. Teile der Einheiten sicherten am Dnjestr, andere schanzten ostwärts der Strypa in der Rückhaltestellung.

Die Brotversorgung war noch etwas schwierig, da die Verpflegung nur aus dem Lande entnommen wurde. Die San.Kp. 1/196 war seit dem 11.April wieder im Divisionsverband und richtete den HVP in Sokolow ein, von wo die Verwundeten in Leerkolonnen nach Halicz abgeschoben wurden. Während ihrer Abstellung zur 7.Pz.Div. hatte die Kompanie etwa 400 Verwundete zu versorgen gehabt.