96.ID: Geschichte
Übersicht - Divisionsgeschichte
Übersicht - Kapitel VI
Kapitel VI - 7 - Unterseiten
08.09.1944
Bereits am 8.September nachmittags leitete der Russe nach starker Artillerievorbereitung, besonders im rechten Div.-Abschnitt, seinen neuen Großangriff ein. Die Angriffe wurden im Allgemeinen abgewiesen, wo kleinere Einbrüche entstanden, konnte die Truppe sie bis zum Abend bereinigen. Man wusste jedoch, dass dies nur das Vorspiel war.
09.09.1944
Der Feind eröffnete die Schlacht am Morgen des 9.September um 6:30 Uhr mit einem ungewöhnlich starken Trommelfeuer von eineinhalb Stunden Dauer. Sein Feuer lag nicht nur auf dem ganzen Divisionsabschnitt, sondern weithin auch auf den Nachbarabschnitten. Das A.R.196 nahm den Kampf sofort auf und schoss mit allen Rohren in erster Linie auf die vermuteten Bereitstellungsräume der feindlichen Infanterie. Aber dann brach die Lawine dennoch los. Die Grenadiere und Füsiliere leisteten erbitterten Widerstand, es machte sich jedoch bemerkbar, dass das Trommelfeuer so manche Lücken in die dünne Kette der Widerstandsnester gerissen hatte und in diese stieß der Feind hinein. Meist gelang es der Truppe, diese Einbrüche bald zu bereinigen.
Kampfraum Sanok bis zu den Beskidenpässen
Skizze 33 im Register
Im Laufe des Tages wurde die Lage beim rechts benachbarten G.R.417 der 168.Inf.Div. unklar. Auch zwischen den Gren.-Regimentern 287 und 284 klaffte eine Lücke. So war man bald wieder am Frontflicken. Wie so oft in diesen kämpfen des Jahres 1944 war die Lage für den Divisions- führer, General Dürking, von Beginn der Schlacht an schwierig, da keine nennenswerten Reserven zur Verfügung standen. Die Regimenter hatten schon sehr bald ihre eigenen schwachen Reserven, die Radfahr- und Pionierzüge, einsetzen müssen, um die ersten größeren Lücken zu schließen. Aus Medzölaborze war das neu zusammengestellte FEB 196 beschleunigt herangezogen worden. Aus Teilen dieses Btl. und anderen kleinen Einheiten wurde die „Eingreiftruppe Schlegel“ gebildet mit Oberleutnant Rahn als Adjutant und einer Funklinie zur Division unter Leutnant Noddack. Diese Eingreiftruppe hatte die Lücke zwischen G.R.287 (Oberstleutnant Lorenz) und G.R.284 (Oberstleutnant Gehrke) zu schließen und wurde bei Niebisczany und Höhe 504 eingeschoben. Die Verbindung zu den beiden Nachbarregimenter konnte nicht dauernd gehalten werden.
Auf dem rechten Flügel der Division sollte eine „Kampfgruppe 82“ unter Oberstleutnant Forster zusammen mit dem G.R.287 einen Einbruch nördlich Poraz bereinigen. Doch das gelang nicht mehr, man musste sich damit begnügen, auf den Höhen nördlich von Poraz abzuriegeln. Das G.R.287 hatte sich bei Zahutyn auch feindlicher Panzer aus der linken Flanke zu erwehren. Unteroffizier Hamboch, 14./G.R.287, schoss einen Panzer ab. Die Pak des Unteroffiziers Schneider fiel durch einen Volltreffer eines anderen Panzers aus. Den bei Zahutyn kämpfenden Teilen des Regiments gelang es trotz Umfassung, sich nach Poraz durchzuschlagen.
Auf dem linken Flügel der Division konnte das G.R.283 (Oberst Koboldt) zunächst seine Stellungen behaupten, dann machte sich der Druck des Russen auf das G.R.284 auch an der Nahtstelle bemerkbar. Oberst Koboldt musste sein rechtes Bataillon auf die Höhen nördlich Wolica zurückbiegen.
General Dürking leitete den Kampf von seinem Gefechtsstand Mokre am Flusslauf der Oslawa, den der Div..Stab am 7.September bezogen hatte. Von hier aus eilte er immer wieder nach vorne zu den Regimentern.
Den ganzen Tag über tobte die Schlacht. Die feindliche Luftwaffe griff nachhaltig in den Kampf ein, die eigene war zahlenmäßig so unterlegen, dass der Russe jetzt und an den ganzen kommenden Tagen den Luftraum beherrschte.
Die Verluste waren erheblich, die San.Kp.196 hatte auf dem HVP Plonna alle Hände voll zu tun, dabei war auch sie wiederholt ein Ziel für Bombenabwürfe und Bordwaffenbeschuss, ein Teil der Häuser von Plonna ging in Flammen auf.
10.09.1944
Am 10.September erneuerte der Russe die Schlacht schon im Morgengrauen. Auf dem rechten Flügel hielt das G.R.287 die Höhen nördlich Poraz, hier griffen die Sturmgeschütze der Division in den Kampf ein. Bei der Eingreiftruppe Schlegel setzte der Russe beiderseits zur Umfassung an, so dass sich die Kompanien kämpfend etwa 500 m nach rückwärts auf einen Straßengraben absetzen mussten, den sie gegen Mittag erreichten. Leutnant Mikat war schon am Vortag vermisst, nun wurde der andere Ordonanzoffizier, Leutnant Stumme, bei dem Versuch, Sturmgeschütze von der Division zu holen, verwundet. Gegen Nachmittag musste sich Major Schlegels Eingreiftruppe auf Höhe 484 absetzen, um nicht umgangen zu werden. Dort wurden ihm noch die Jagdschwadrone der 1./Pi.Baubtl.124 unter Oberleutnant Rintelen unterstellt.
In der Nacht warf Schlegel die Rotarmisten mit Unterstützung durch einen Flakzug mit 4 Sfl. 2cm ein Stück zurück, 2 s.M.G. wurden erbeutet. Auch an diesem Abend bestand kein Anschluss rechts und links, so dass Major Schlegel die Eingreiftruppe sich um Höhe 484 einigeln ließ. Auf seinem rechten Flügel hatte Schlegel Oberleutnant Flach mit seiner 3.Kp. des Pi.Btl.196 eingesetzt. In schwerem Ringen machte auch das G.R.284 dem Russen jeden Schritt vorwärts streitig. Das G.R.283 konnte im Wesentlichen seine Stellungen behaupten. Die rechts und in der Mitte eingesetzten Batterien des A.R.196 hatten schon mehrfach Stellungswechsel nach Süden vornehmen müssen. Der Munitionsverbrauch aller Batterien war hoch, Munitionsstaffeln und Kolonnen waren unentwegt tätig, obwohl auch sie ständig durch Luftangriffe belästigt wurden.
Der Div.Gef.Std. verlegte hinter den Bukowskiwald nach Kamienne, die Division war jetzt den XI.A.K. unterstellt.