1.6. Neue Krisen
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31.01.1944
Eine neue ernste Krise entstand, als am helllichten Tag der Russe aus Bol.Medwedewka heraus auf das III.Btl. drückte. Er herrschte Tauwetter und Schneefall, in schlechten Stellungen übermüdete Männer. So dauerte es nicht lange, bis hier ein ziemliches Durcheinander entstand. Haupt- mann Magawly hatte sich bei Beginn des Gefechtslärmes sofort in Richtung auf das Btl. in Bewegung gesetzt und kam gerade rechtzeitig, um zwei Züge der 13.Kp., die aufgeprotzt in beschleunigter Gangart zurückgingen, aufzuhalten. Ein herzhaftes Wort mit der angemessenen Laut- stärke wirkt in schwierigen Lagen auf dem Gefechtsfeld oft Wunder, auch wenn das manche zartbesaitete Leute bisweilen nicht recht wahr- haben wollen. „Ihr habt wohl einen Vogel!. Macht ja, dass ihr wieder in eure alten Löcher kommt!“ ließ Magawly vernehmen und genauso schnell, wie sie gekommen waren, bewegten sie sich in ihre alten Stellungen. Das sah auch ein Teil der im Zurückgehen befindlichen Grenadiere des III.Btl. und gingen wieder vor, ohne noch einen weiteren Befehl abzuwarten. Als nun auch noch gut liegendes Sperrfeuer der Artillerie einsetzte, war die Lage bald wieder ziemlich bereinigt. Darüber hinaus war damit auch das gute persönliche Verhältnis zwischen dem jungen Regimentsführer und den Grenadieren vom 283.Regiment hergestellt und Magawly war voll des Lobes, wie sie sich in diesen Tagen schlugen.
Nach links hinüber zur 291.Inf.Div. klaffte zu dieser Zeit eine Lücke von mehreren Kilometern und es gehörte schon eine ziemlich große Kalt- blütigkeit und Unverfrorenheit dazu, diese Tatsachen einfach hinzunehmen und auf sein gutes Glück zu vertrauen, denn die wenigen Späh- trupps, die von den Trossen des Regiments aus Beresna Tatarskaja täglich durch diese Lücken streiften, waren keine wirkliche Sicherung.
Am 02.02. sah sich der Div.Kdr. gezwungen, dem G.R.287 seine einzige Reserve, Pionier- und Radfahrzug, zu entziehen und dem linken Flügel zuzuführen, denn Tag für Tag tobte der Kampf um 311,1. Wiederholt musste der Russe im Gegenstoß wieder hinuntergeworfen. Hier verdiente sich Oberleutnant Kaletsch das Ritterkreuz und seine Grenadiere durften stolz sagen, dass sie ihren Anteil daran hatten.
Der Abwehrkampf wurde hervorragend unterstützt durch die Batterien des A.R.196. Besonders die I.Abt. des Majors Franke und die II. des Hauptmanns Weber, wie auch die 12.Batterie des Oberleutnants Georg erwarben sich die Dankbarkeit der Grenadiere. Die V.B. kamen mehrfach in den Nahkampf. Der Obergefreite Rettig von der I.Bttr. wurde lobend im Korpstagesbefehl erwähnt, weil er am 09.02. unter erschwerten Umständen einen russischen Panzer sprengte, wobei er schwer verwundet wurde.