1.4. Ablösung zwischen G.R.283 und 287
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23.01.1944
General Wirtz entschloss sich, dem stark beanspruchten G.R.283 eine ruhigere Stellung zu geben und befahl die Ablösung durch G.R.287, die am 23.01. durchgeführt wurde. Nach der Ablösung standen nun rechts das G.R.287 südlich von und in Labun, hier auf die nächste Entfernung zum Fein, der sich zum Teil in Häusern am Ortsrand festgesetzt hatte. Das Regiment unterstellte Füs.btl.96 hielt Titkoff und das Höhengelände nördlich davon. Auch die Pz.Jg.Kp.196 war Major Lorenz unterstellt. Nach rechts hatte er lose Fühlung mit der 19.Pz.Div. Das G.R.284 hielt das Höhengelände beiderseits Kalenitschi. Anschließend daran war das G.R.283 bis an die Eisenbahnlinie bei Chrolin eingesetzt, sein linker Nachbar war die 291.Inf.Div. Das A.R.196 mit einer zeitweise unterstellten Art.Abt. hatte seine Feuerstellungen noch weiter nach Süden ausgedehnt, da die Sorge um Labun im Vordergrund stand.
26.01.1944
Die San.Kp. 1/196 verlegte den HVP in die Schule von Koskoff, ein Nachbardorf des Div.Gef.Std. in Lotowka.
27.01.1944
Die letzten Teile der Division trafen vom Nordabschnitt der Ostfront ein. Die San.Kp. 1/196 errichtete ein Ortslazarett in Staro Konstantinow. Die Front blieb nach wie vor unruhig, wenn auch in wechselvollem Maße.
Die vordere Linie der 96-er Füsiliere des Hauptmanns Pipo ging quer durch das Dorf Titkoff. Es wurde ein Angriff geplant, um den Russen ganz aus der Ortschaft zu werfen, doch sollte es dazu nicht mehr kommen. Gegen 3 Uhr nachts brach der Russe hier überraschend zum Angriff vor. Hierauf waren die Füsiliere nicht gefasst gewesen, außer den Postierungen hatte die Masse wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse in den Häusern geruht. So dass sein Teil der Füsiliere nur noch ohne Stiefel und Röcke dem Russen ausweichen konnten. Die Lage wurde kritisch. Major Lorenz hatte auf den Gefechtslärm hin sofort seine einzigen Reserven, den Pionier- und Radfahrzug, alarmiert.
Eine kleine Szene aus diesem Durcheinander soll der Vergessenheit entrissen werden:
Der Btl.Gef.Std. der Füsiliere war wegen des Beschusses in einem Haus unter dem Fußboden eingegraben worden und mit einer Klappe zuge- deckt. Die Fernsprechleitung zum Regiment war noch heil. Plötzlich meldete sich auf der Leitung ein junger Fernsprecher von den Füsilieren: „Herr Major, was soll ich machen? Der Russe ist bereits über mir!“ Ruhig und in zuversichtlichem Ton erwiderte Major Lorenz: „Keine Angst, mein Junge, wir hauen dich schon wieder raus.“ In diesem Augenblick war es ein mutiges Versprechen, aber psychologisch das einzig Richtige. Der Major und der junge Fernsprecher waren glücklich, als es dann eingelöst wurde, denn der Gegenstoß führte zum Erfolg.
In der nächsten Zeit verging kaum ein Tag, an dem nicht im Kampfraum beiderseits Labun vom Russen in Kompanie- oder Bataillonsstärke angegriffen wurde, aber Lorenz‘ Grenadiere und Pipos Füsiliere waren wachsam und die Angriffe scheiterten. Ausgesprochene Sorgenstunde musste der Regimentsführer auf seinem Gefechtsstand in Nowaja Labun nicht mehr durchmachen.