1.3. Übergang zur Verteidigung und Kampf um Labun

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17.01.1944 - 22.01.1944

Die Division gliederte sich endgültig zur Verteidigung, hierbei wurden die Abschnitte erheblich verbreitert. Nur auf dem rechten Flügel sollte das G.R.283 noch angreifen, um bei Labun eine günstigere Führung der Verteidigungsstellung zu erzielen. Der Div.Gef.Std. verlegte von Belokrini- tsche, um nach zwei kurzen Wechseln endgültig am 21.01. nach Lotowka zu ziehen, wo er bis zum 04.03. blieb. Die San.Kp. 1/196 (Stabsarzt Dr. Faber) verlegte HVP in das Kloster Gorodischtsche.

Der Verteidigungsauftrag bedingte eine breitere Aufstellung der Division. Das G.R.284 verschob sich etwas nach Süden und übernahm Teile der Stellungen des G.R.283, das G.R.287 übernahm vom G.R.284 das Gelände bis zur Signalhöhe und bei Traulin Stellungen des rechten Flügels der 291.inf.Div.

Das G.R.283 stellte sich bei Kalenitschi zum Angriff in Richtung Labun bereit. Das Füs.Btl.96 war ebenfalls Oberst Andoy unterstellt. Oberst- leutnant Voigt gliederte seine Batterien und vor allem die B-Stellen für die neuen Aufgaben um. Mit der Masse seiner Batterien musste er den Kampf um Labun unterstützen, doch mussten sie auch imstande sein, in den Abwehrkampf der beiden anderen Regimenter eingreifen zu können. Für die Nachr.Abt.196 bedingte diese Umgliederung einen wesentlichen Umbau des Fernsprechnetzes und Stellungswechsel für dir Mehrzahl der funkstellen.

Für die nächsten 6 Tage sollte die Hauptlast des Kampfes beim verstärkten G.R.283 liegen. Sein Kommandeur, der feingeistige Wiener Oberst Andoy mit dem silbergrauen Franz-Josef-Bart, war eine Persönlichkeit eigener Prägung. Er war seit der Aufstellung der Division dabei, erst als Kommandeur des III./I.R.287 und seit Dezember 1941 als Kommandeur des G.R.283.

Unterstützt durch das Feuer von Voigts Batterien und von Teilen der 7.Pz.Div. setzten die 283-Grenadiere ihren Angriff auf Labun in südost- wärtiger Richtung fort. Im tiefen Schnee und bei heftigem feindlichem Widerstand gewann der Angriff nur langsam Boden. So musste er am 19.01. fortgesetzt werden und unter schweren Verlusten gelang es den Grenadieren und Füsilieren im Verein mit den Panzern Labun im Sturm zu nehmen. An eine weitere Fortsetzung des Angriffes war aber bald nicht mehr zu denken. Auch hier wurde zur Verteidigung übergegangen mit dem Südflügel bis etwa 5km südlich Labun.

Die Ortschaft, die auch in der nächsten Zeit einer der Brennpunkte des Kampfgeschehens bleiben sollte, liegt im Tal des Chomora zwischen zwei Flussknien, zwischen denen sein allgemeiner Westostlauf vorübergehend nach Norden gerichtet ist. Der ältere Teil liegt auf dem Ostufer, Nowaja Labun auf dem Westufer. Am nördlichen Flussknie schließt das Dorf Titkoff an; das umgebende Hügelgelände überragt das Flusstal um etwa 20 bis 30 Meter, eine Anzahl von kleinen Wäldern liegt rund um Labun.

Die Division hatte jetzt eine Breite von etwa 30km ohne ausgebaute Stellungen und Hindernisse. Es war wieder die an der Ostfront übliche „Armeleutewirtschaft“, selten oder nie verfügte der Divisionskommandeur über eine Reserve, mit der er Einfluss auf die Kampfführung ausüben konnte. Die Regimentskommandeure waren froh, wenn sie wenigstens ihre Radfahr- und Pionierzüge zur Hand hatten. So konnte es nicht aus- bleiben, dass nicht jeder feindliche Einbruch bereinigt werden konnte und dass geringfügige Geländeverluste hingenommen werden mussten. Nur an entscheidenden Punkte wurde immer wieder das Letzte zusammengekratzt, um in Gegenstößen Verlorenes widerzugewinnen. Stäbe, Trosse und rückwärtige Dienste mussten Alarmeinheiten zusammenstellen, um in der Tiefe und der Flanke des Hauptkampffeldes zu sichern.