96.ID: Geschichte
Übersicht - Divisionsgeschichte
Übersicht - Kapitel III
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Die allgemeine Lage am Wolchow
Bedingt durch die Kampfweise des Russen, durch das eigenartige unübersichtliche Gelände der äußerst wegarmen Sumpfwälder und den unge- wöhnlich kalten Winter löste sich die Kesselschlacht am Wolchow sehr schnell in eine Folge von Einzelkämpfen kleiner und kleinster Kampf- gruppen auf. Front war überall und nirgends, Verbindung zu Nachbarn und nach rückwärts oft für längere Zeit unterbrochen, klare Übersicht über die Lage fast nie vorhanden.
Nach dem Rückzug von Tischwin beabsichtigte die deutsche Führung, die Front in der allgemeinen Linie Wolchow von Nowgorod – ostwärts Tschudowo – Kirischi und dann entlang der Bahnlinie Schala – Pogostje – Maluksa und von dort nach Nordwesten zur Ostfront des Flaschen- halses von Schlüsselburg zum Stehen zu bringen. In dieser Stellung sollte gehalten werden um die Einschließung von Leningrad zu sichern.
M.G.-Stellung im sumpfigen Waldabschnitt zwischen Wolchow und Newa. (Bild 13 im Register)
Der Russe beabsichtigte, diese neue Front durch einen Hauptstoß über den Wolchow zwischen Nowgorod und Tschudowo zu Fall zu bringen. Endziel war die Befreiung Leningrads und Zertrümmerung des deutschen Nordflügels. Diese Operation war nur ein Teilstück der großen russischen Winteroffensive. Die 52. und 59.Armee und die 2.Stoßarmee wurden hiefür ostwärts des Wolchow, die 54.Armee nordostwärts Pogostje bereit- gestellt.
Auch unsere spanischen Kameraden sind unermüdlich im dauernden Ausbau ihrer Stellungen
Ihnen gegenüberstanden von Nowgorod an: die 250.(spanische)Div., die 126., 215. und 61. am Wolchow, die 21. im Raum um Kirischi und schließlich die 11. und 269.Div. an der Bahn beiderseits Schala – Pogostje. Alle hatten schwere Kämpfe hinter sich und unterschieden sich in ihren Truppenstärken wenig von der 96.Inf.Div.
Am Wolchowkessel
Mitte Januar
Der russische Angriff brach mit großer Wucht los, der Schwerpunkt lag in der Naht der 126. und 215.I.D. in der Gegend von Mostki. Hier gelang ihm nach tagelangem Ringen der Durchbruch zur Rollbahn. Im Durchbruchsraum ostwärts Mostki versammelten sich zunächst Angrifftruppen für einen weiteren Vorstoß nach Westen. Ihre Skiausrüstungen und die Winterbeweglichkeit ihrer Fahrzeuge machten sie weitgehend unabhängig von Straßen und Ortschaften. Der russische Großangriff war von einem außergewöhnlichen Kältebeinbruch begleitet. Die Wetterstelle des Flugplatzes von Spaskaja Polist meldete in diesen Tagen eine Tiefsttemperatur von -57 Grad Celsius.
Als die große Gefahr eines tiefen feindlichen Durchbruchs südlich der Kleinen Rollbahn deutscherseits erkannt war, standen nur noch geringe Reserven zur Verfügung. Eilends wurde der 215.Inf.Div. von der 61.Inf.Div. die Aufkl.Abt.161 zugeführt und südlich Spaskaja Polist eingesetzt, wo sie am Bahnwärterhaus – allen als „Bw“ bekannt – einen Stützpunkt einrichtete.
Ablösung auf dem Marsch (Bild 64) - Im Waldlager (Bild 65)
Weg der Härten und Strapazen (Bild 66) - Minensucher fühlen vor (Bild 67)
17.01.1942
An der Rollbahn südlich Spaskaja Polist wurden feindliche Spähtrupps gesichtet. Eigene Aufklärungsflugzeuge meldeten lange feindliche Kolonnen aller Waffengattungen im Vormarsch auf die vom Feind gefundene weiche Stelle in der deutschen Front.
Winter 1941-42 - Schwere Kämpfe mit der durchgesickerten Stossarmee am Wolchow (Bild 145)