3.1. Abzug der ersten Einheiten von der Newa
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25.12.1941
Das Pi.Btl 196 (Hauptmann Dr. Grothe) wurde aus seinen Ortsunterkünften an der Newafront ohne seine 3.Kp. mit einem Stellungsbauauftrag der 296.Inf.Div. überwiesen. Es sollte eine feste Winterfront an der Eisenbahnlinie, die von Kirischi auf Mga heranführt, aufgebaut werden. Teils im LKW-Transport, teil im Fussmarsch wurde Schala und Konduja in den letzten Dezembertagen erreicht. Der Stab mit 1. und 2.Kp. wurde dort der Kampfgruppe Müller (Kdr. S.R.5 der 12.Pz.Div.) unterstellt. Es erhielt den Auftrag, die Bahnline, geplant als HKL, fest in deutsche Hand zu bringen und das rückwärtige Gelände von dort eingedrungen Feinkräften zu säubern und sofort mit mit den Ausbau der HKL zu beginnen.
Kampfraum Pogostjekessel Januar 1942
Karte 1 im Register
02.01.1942
In Schala wurde Assistentarzt Stübinger verwundet. In unermüdlicher Arbeit wurde die Bahndammstellung von den Pionieren ausgebaut, dann begann, abgesetzt von der HKL, die Anlage von befestigten Bunkerlagern: Lager "Harz", "Thüringen", "Rhön" und "Spessart".
03.01.1942
Die I./I.R.284 (Hauptmann Silbernagel) wurde der 269.I.D. unterstellt, zunächst zur Partisanenbekämpfung. Das Bataillon führte heftige Kämpfe in der Nähe der Bahn Mga - Maluksa, dann rückte es nach Belowo. Von dort führte Oberleutnant Sehnert ein erfolgreiches Säuberungs- unternehmen nach Klosterdorf.
Die Riegelstellung (Bild 82) - Im direkten Beschuss (Bild 83) - Heeres Fla (Bild 84)
06.01.1942
Hptm. Silbernagel erreichte Konduja. Hier erhielt das Bataillon seinen Einsatzbefehl an der Bahnlinie ostwärts Schala. Rechter Nachbar war ein Btl. der 21.Inf.Div., linker das Btl. Hardenberg der 269.I.D. Silbernagel setzte in vorderer Linie rechts die 2. (Dresp) und links die 1. (Sehnert) ein. Der Abschnitt wurde am 08.01. übenommen.
14.01.1942
Es kam zu heftigen Kämpfen, als beim linken Nachbarn (Btl. Hardenberg) eine russische Brigade an der Nahtlinie einbrach. Die Nachrichten- verbindungen waren bald zerstört, es kam zu heftigen Nahkämpfen, besonders bei der 1.Kp. Die nächsten Wochen brachten für das Btl. Silbernagel winterliche Stellungskämpfe, wobei sich oft feindliche Spähtrupps auf Skiern hinter den Linien herumtrieben.
16.01.1942
Bei Pogostje erfolgte beim links benachbarten I.R.43 (Oberst Lasch) ein feindlicher Einbruch, das von der 1.Inf.Div. der 269.Inf.Div. unterstellt worden war. Die 2./Pi.Btl.196 kam dort zur Abriegelung zum infanteristischen Einsatz und erlitt schwerste Verluste, wobei auch Leutnant Capito fiel.
19.01.1942
Das aus der Newafront herangezogene II./I.R.284 wurde ebenfalls der 269.I.D. unterstellt und von dieser dem I.R.333 des Oberst Thieme (225.I.D.) zugeführt und dort eingesetzt.
31.01.1942
Die Bauaufgabe des Pi.Btl.196 bei Schala war beendet. Der Btl.Gef.Std. kam mit dem Stab 1km rückwärts nach Lager "Harz".
09.02.1942
Das Pi.Btl.196 wurde aus der HKL herausgelöst. Der Stab wurde nach Konduja verlegt.
Volle Deckung (Bild 85) - Ein Verletzter wird geborgen (Bild 86)
Nachschub im Panzer-Konvoi (Bild 87) - Störungssucher (Bild 88)
16.02.1942
Mitte Februar nahm der Druck des Feindes auf die Stellung beiderseits Schala - Pogostje gefährliche Formen an. Der Schwerpunkt des russ- ischen Angriffs lag bei Pogostje. Hier wurde das Pi.Btl.196 an der Küchenschneise eingesetzt.
19.02.1942
Das I./I.R.284 wurde an die Einbruchstelle herangezogen und dem Kdr I.R.43 (Oberst Lasch) unterstellt. Das Btl. ging an der Küchenschneise, etwa 1km südlich Pogostje, in Stellung. Mit dem rechten Flügel am Weg vom Mercedesstern nach Bahnhof Pogostje und dem Linken bei Punkt 55,0. Nach rechts bestand Anschluss an Teile der 269.I.D, nach links schlossen nur bewegliche Sicherungsverbände an. Russische Panzer kamen überall durch. 4 Sturmgeschützte im Abschnitt Pogostje bildeten den Rückhalt der Verteidigung.
20.02.1942
Ein Panzerangriff riss die Front des I./I.R.284 auseinander, besonders die 1.Kp. hatte starke Verluste und wurde in das Kowroginamoor abge- drängt. Über den Mercedsstern führte Oberleutnant Sehnert die Reste seiner Kompanie wieder an das Btl. heran. Hptm Silbernagel wurde auf die 1km südlich laufende Schmücklerschneise zurückgedrängt und auf engstem Raum eingeschlossen. Es igelte sich mit einer leichten Feldhaubitze und einer 8,8 Flak beiderseits des Mercedsstern-Pogostje ein, während der Russe bereits seitlich vorbei auf die genannte Wegegabel zustrebte.
24.02.1942
Für das I./.I.R.284 brachen sehr ernste Tage an, das Bataillon aber schlug sich hervorragend. Stukas griffen in den Kampf ein und brachten eine gewisse Erleichterung.
Das III./I.R.283 (Oberstleutnant Nowakowski) traf bei der Kampfgruppe Lasch ein und wurde nördlich des Mercedesstern eingesetzt. Es half mit den russischen Einbruch vom 24.02. zum Stehen zu bringen und beteiligte sich an der Befreiung Silbernagels und der Rückgewinnung der Küchenschneise.
26.02.1942
Gegen 14 Uhr setzte Oberst Lasch zu einem Gegenstoß an, der die 284er an der Schmücklerschneise aus der Umklammerung befreite. Der Angriff wurde fortgesetzt und gegen 16 Uhr die Küchenschneise erreicht.
Das am 25.02. eingetroffene 3./Pi.Btl.196 wurde sofort nach Senino befohlen, um dort die vordringenden russsichen Panzerkräfte abzuriegeln. Die Pioniere vernichteten 9 Panzer im Nahkampf.
Infanteriepioniere (Bild 89) - Im Wolchow-Dschungel (Bild 90)
Pak nach vorn (Bild 91) - Vorwärts (Bild 92)
07.03.1942
Nach schweren tagelangen Ringen, feindlichen Artilleriebeschuss und einer Beweglichkeit, wie man es dem Russen bisher kaum zutraute, wurde die am meisten angeschlagene 1.Kompanie in Reserve genommen.
08.03.1942
Die Lage vor Pogostje erfuhr eine grundlegende Änderung, nachdem es dem Feind beim rechten Nachbarn gelungen war, einen Einbruch in Richtung Mercedesstern zu erzielen. Die heißumkämpfte Küchenschneise musste aufgegeben werden. Das I./I.R.284 bezog eine Riegelstellung an der Herzblöße nordwestlich des Mercedesstern, wo Sehnert mit seiner Kompanie bereits stand.
09.03.1942
Sehnert machte ein Unternehmen mit einem kampfkräftigen Spähtrupp hinter die russischen Linien und brachte wertvolle Ergebnisse mit.
12.03.1942
Das I./I.R.284 hatte noch eine Stärke von 4 Offizieren, 10 Unteroffizieren und 19 Mann. Diese Reste wurden von Oberleutnant Sehnert geführt, am 14. herausgelöst und am 17. zum Regiment an die Newa geführt. Das waren die letzten ruhmvollen Kämpfe dieses Bataillons, es wurde nach den schweren Verlusten aus Mangel an Ersatz nicht wieder aufgestellt, sondern mit den Resten des III.Btl., das im April vom Wolchoweinsatz zurückkam, zum neuen III./I.R.284 zusammengelegt.
Beim I./I.R.284 waren während seiner zwei Monate dauernden Kämpfe die Leutnante Zimmermann, Pfenninger, Quaden, Eschke gefallen; Oberleutnant Dresp, die Leutnante Jennrich, Lohmann und Plautokow verwundet. 59 Unteroffiziere und Männer dieses Btl. erhielten für die Kämpfe bei Pogostje das Eiserne Kreuz II.Klasse.
13.03.1942
Die Gefechtsstärke des III./I.R.283 betrug noch 3 Offiziere, 8 unteroffiziere und 43 Mann. Leutnant Vogel war gefallen, verwundet wurden Oberleutnant Dumke, Leutnant Graf und Leutnant Fenske.