4.1. Vorbereitungen zum Angriff

Übersicht - Divisionsgeschichte

Übersicht - Kapitel II

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Die Erkundung des Div.-Kommandeurs zusammen mit dem Kdr. der A.R.196, Oberst Holzhausen, hart nördlich des großen Waldgebietes bei Krasny Bor hatte ergeben, dass die 12.Pz.Div. ihre Linien beiderseits der Rollbahn bis dicht an die Ishora vorgeschoben hatte. Das freie Gelände ostwärts der Ishora war überall von den Höhen bei dem langgestreckten Dorf Fodorowski vom Feind eingesehen und für Artilleriestellungen und infanteristische Bereitstellungen ungeeignet. Südlich Krasny Bor und beiderseits der Straße war Hochwald, westlich des Gelände vielfach sumpfig. Als einziger Feuerstellungsraum für die Artillerie kam nur der weit auseinanderliegende Ort Krasny Bor in Frage. B-Stellen mussten meist bis an den Steilhang der Ishora vorgeschoben werden.


Deutsche Geschütze bei einem nächtlichen Störfeuer auf kriegswichtige Ziele in Leningrad

07.09.1941

General Schede übernahm den Befehl über die ihm zugewiesenen Abschnitt von der 12. Panzer-Division.

Feindliche Panzervorstöße hatten die Linien der 12.Pz.Div. bei Jam-Ishora und Staraja Mysa etwas zurückgedrängt. Im Angriff des XXXIX.Pz.K. war die 12.Pz.Div. vor der Ishorabrücke bei Jam-Ishora zum Stehen gekommen. Das dort liegende Schützenregiment 25 mit einer Abteilung des A.R.2 wurde der 96. Division unterstellt. Seit dem 7.September waren die I., III. und IV. Abteilung des A.R.196 im Raum Krasny Bor feuerbereit.

08.09.1941

An das S.R.25 links anschließend schob sich das I.R.283, (Oberst Zahn) mit dem III.Btl. (Oberleutnant Nowakowski) gegen Staraja Mysa, mit dem I.Btl. (Hauptmann Tadewald) gegen Kordelewo an die Ishora näher hinan. Es gelang aber nicht, in dem von den Höhen von Fodorowski aus eingesehen Gelände und gegen die feindlichen Panzervorstöße an die Ishora heranzukommen und den genommenen Ort Staraja Mysa zu halten. Das I.R.283 musste seine HKL an den Nordrand des Waldes zurücknehmen. Spähtrupps blieben im Vorgelände. Vorstöße und Bewegungen feindlicher Panzer wurden besonders von der Artillerie erfolgreich bekämpft.

09.09.1941

Das I.R.284 (Oberstleutnant v. Chappuis), ohne das I.Btl., wurde über Tosno im Waldgelände links vom I.R.283 eingesetzt. Um die Vorbeding- ungen für den Angriff über die Ishora zu schaffen, dessen Schwerpunkt wegen des günstigeren Bereitstellungsraumes auf den linken Flügel gelegt werden musste, war es notwendig, das von den Russen stark befestigte Tschornaja Retschka und die Höhen westlich davon, auf dem Ostufer der Ishora, in Besitz zu nehmen. Die dazu gebildete Angriffsgruppe Hirthe, bestehend aus dem III./I.R.284 mit unterstellter 7./I.R.284 und zwei Zügen des Pi.Btl.196 nahm am 9.September das Dorf und stieß bis gegen Pabusi vor. Bei diesem Kampf fiel Leutnant Emmerichs, Führer der 11.Kp; unter anderem wurde der Ordonanzoffizier des Bataillons, Leutnant Ruprecht, verwundet. Gleichzeitig stieß das I./I.R.283 unter Hauptmann Tadewald mit seinem linken Flügel nordwestlich Tschornaja Retschka weiter vor. I. und III.Abt. sowie 10.Bttr. des A.R.196 hatten durch ihr gut liegendes Feuer zum Erfolg dieses Angriffs wesentlich beigetragen. Pabusi selbst mit seiner Bunkerstellung konnte nicht genommen werden.


Der nächtliche Horizont flammt auf vom grellen Mündungsfeuer unserer Batterien

11.09.1941 - 20.09.1941

Nach dem Korpsbefehl sollte die 96.Inf.Div. bereits am 11.September die Ishorastellung mit links anschließender 121.Inf.Div. angreifen. In langen Ferngesprächen mit dem Generalkommando gelang es General Schede zu erreichen, dass der Angriff auf den 12.September verschoben wurde. Die Division musste erst die Erkundungen der feindlichen Stellungen durchführen, was wegen des Feindwiderstandes ostwärts der Ishora nicht möglich gewesen war.

Die Pioniere (Major Boeddinghaus), die ihren Bataillonsgefechtsstand im nördlichsten Teil des Waldes südlich Krasny Bor eingerichtet hatten, waren zum Teil bei den Infanterieregimentern 283 und 284 eingesetzt, ebenso auch die Panzerjäger (Hauptmann Pautz). Der Nachr.Abt.196, die unter Major Wollmann in der Schlacht bei Nowgorod und beim Vorstoß in Ingermanland unter schwierigsten Verhältnissen dem Div.Kdr. und seinen Gehilfen die Führung ermöglichte, fiel die Aufgabe zu, im Verein mit den Nachrichtenzügen der Regimenter die Verbindungen zu den Bataillonen und Abteilungen sicherzustellen.

Die Erkundungen wurden am 9. und 20.September von kampfkräftigen Spähtrupps durchgeführt. Sie ergaben, dass das feindwärtige Ufer an zahlreichen Stellen 3 bis 4m hoch steil abgestochen war und im diesseitigen Hang vielfach MG-Nester eingebaut waren, die die Ishora, meist etwa 25m breit, längs bestrichen und von Artillerie und Granatwerfern nicht gefasst werden konnten. Die Division erbat deshalb Stukaunter- stützung, sie wurde von der Luftwaffe 1 gegeben. Zur Überwindung des Steilhanges fertigte das Pi.Btl.196 hunderte von Sturmleitern an.

Der Feind stieß in dem offenen Gelände nördlich des Waldes immer wieder mit schwacher Infanterie und Panzern vor, die aber im Feuer der Artillerie meist wieder abdrehten.

Übergang über die Ishora

20.09.1941

Die 122.Inf.Div. übernahm rechts den Abschnitt bis zur Rollbahn bei Jam-Ishora. Damit schied das S.R.25 und die I./A.R.2 wieder aus dem Unter- stellungsverhältnis zur 96.Inf.Div. aus. Die 121.Inf.Div. links stand im Kampf mit starken Feindkräften, deren Reserven mit der Eisenbahn aus Leningrad vorgeworfen wurden, um dieser Division den Weg über die Ishora auf die Höhen von Fodorwoski zu verlegen. Mit Hilfe der Beobach- tungs-Abteilung 38, die ihr System vornehmlich vor der 96.Inf.Div. aufgebaut hatte, wurden feindliche Batterien von der 11./A.R.196 im Verein mit der 6./A.R.72 bekämpft.