96.ID: Geschichte
Übersicht - Divisionsgeschichte
Übersicht - Kapitel II
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22.06.1941
Der Ausbruch des Krieges mit der Sowjetunion kam für die Angehörigen der 96.Infanterie Division völlig über- raschend, ja sogar auch für das III./I.R.284 als Wachbataillon in Zossen beim O.K.H., obwohl hier in der letzten Zeit eine erhebliche Betriebsamkeit und offensichtlich wichtige Besprechungen zu beobachten gewesen waren.
Die Ostfront trat, gegliedert in drei große Heeresgruppen zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee zum Angriff an, um die im westlichen Russland stehende Masse des russischen Heeres in kühnen Operationen unter weitem Vortreiben von Panzerkeilen zu vernichten und den Abzug kampfkräftiger Teile in die Weite des russ- ischen Raumes zu verhindern. Das Endziel der Operationen lag in der allgemeinen Linie Wolga - weit ostwärts Moskau - weißes Meer.
Im Zuge dieser Operationen hatte die Heeresgruppe Nord des Generalfeldmarschall Ritter v. Leeb den Auftrag, die baltischen Länder zu befreien, den Finnischen Meerbusen, Newa und Ladogasee zu erreichen, der roten Ostseeflotte die Stützpunkte zu entziehen und die Verbindung mit den Finnen herzustellen. In Finnland selbst sollten deutsche Kräfte im Zusammenwirken mit den Finnen in Karelien und am Eismeer die Murmanbahn in Besitz nehmen und für den Nachschub der Sowjets sperren. Im weiteren Verlauf der Operationen war ein zusammenwirken von Heeresgruppe Nord und Finnen vorgesehen.
26.06.1941 - 13.07.1947
Der erste Verband, der in Richtung zur neuen Front rollte, war Kaumanns III./I.R.284, das in zwei Transportzügen ins alte Ordensland Ost- preußen rollte. Im hügeligen Waldgelände westlich des Mauersees im Mauerwald war ein Bunkerlager mit dazwischen liegenden barackenartigen Häusern gebaut worden, von dem aus das O.K.H. die Operationen zu leiten hatte. Bunker von 3-4m Wandstärke und bis zu 8m Höhe schützten gegen Luftangriffe. Die unmittelbare Sicherung gegen abgesetzte Fallschirmtrupps und Sabotageunternehmen übernahm das III./I.R.284 mit verstärkten Feldwachen, Streifen und Spähtrupps.
Die Ankunft an der deutsch-polnischen Grenze
(Bildquelle: Herr Wolfgang O. - Privatbesitz) - Bild 41 im Register
30.06.1941
Am Geburtstag des Generalstabschefs, Generaloberst Halder, am 30.Juni hatten die Watzmänner Gelegenheit, den Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht zu grüßen, als er aus seinem Hauptquartier "Wolfsschanze" bei Rastenburg zum Besuch kam. Der Wachdienst dauerte bis zum 13.07., dann wurde das Bataillon abgelöst, um der Division nachgeführt zu werden.
30.06.1941 - 05.07.1941
Die Division selbst wurde verladen und rollte über Maubeuge, Hasselt, Roermond, Mönchen-Gladbach oder Krefeld, durchs Münsterland, über Bremen und Hamburg, durch Mecklenburg und Pommern, vorbei am deutschen Danzig und der alten Ordensfeste Marienburg bis in den ost- preußischen Grenzraum bei Lötzen und Treuburg.
03.07.1941 - 05.07.1941
Eintreffen der Division in Lötzen und Treuburg.
04.07.1941
Die bereits ausgeladenen Einheiten marschierten in die für sie vorgesehenen Unterkunftsräume ab. Nach stundenlangem Marsch durch Wiesen und Felder gelangten sie bei Rotschki auf die staubige Landstraße nach Sudauen, das sich in einer weiten Talmulde ausbreitete. In den Wäldern mehrere Kilometer hinter der Kreisstadt Sudauen wurden die Zelte aufgeschlagen.
