1.1. Vormarsch durch Litauen

Übersicht - Divisionsgeschichte

Übersicht - Kapitel II

Übersicht - Kapitel II - 1 - Unterseiten

05.07.1941

In den frühen Morgenstunden begann der Vormarsch der Division. Sie war dem XXXXII.A.K. des General.d.Pion. Kuntze unterstellt, das mit der 106. und 110.I.D. als Reserve des O.K.H. im Raum um Wilna stand. Hinter einem schmalen Bach, der hier kurze Zeit die Grenze zur Sowjetunion gebildet hatte, wurde das litauische Dorf Galiniai erreicht. Die nach weiteren Marschstunden erreichte Stadt Lazdijai war zum größten Teil zerstört.


Vormarsch von Ostpreußen bis Leningrad


06.07.1941

In der Früh ging der Marsch über Sventezeris und Seirijai weiter. Bei Olita wurde der Njemen erreicht, der an seinem Unterlauf im deutschen Sprachgebiet Memel genannt wird. Die Watzmänner badeten im Strom, nachdem sie zum Teil, besonders die Schützen des I.R.284 und die schwarzen Pioniere, noch zwei Wochen vorher Abkühlung in den Fluten der Maas gefunden hatten. Über Onuskis ging es so in einem Gewaltmarsch, bis am 09.07. wieder auf festen Straßen marschiert wurde.


Rast in einem litauischen Dorf

(Bildquelle: Herr Wolfgang O. - Privatbesitz) - Bild 42- 43 im Register

10.07.1941

Über Lentvaris wurde Wilna erreicht. Beim Einmarsch in Wilna hatte sich das Trompeterkorps des A.R.196 an die Spitze einer Artillerieabteilung gesetzt, so dass die Watzmänner unter den schmetternden Klängen alter deutscher Reitermärsche in die Hauptstadt Litauens einzogen. Der weitere Vormarsch erfolgte auf breiter staubiger Straße flußaufwärts der Wilija, einem ziemlich reißenden Nebenfluß des Njemen, über Nemencine und dann über Podbrodzie. Bei der teilweise zerstörten Stadt Swencjany wurde Biwak bezogen.


Unterhaltung mit litauischen Bauern

(Bildquelle: Herr Wolfgang O. - Privatbesitz) - Bild 44- 45 im Register

14.07.1941

Die litauisch-weißruthenische Grenze bei Lyntupy wurde überschritten. Die Truppe sah die ersten Wegweiser in kyrillischer Schrift. Bis Lyntupy wurde noch auf fester Straße marschiert. Oft wechselte dann der Straßenzustand, meist waren die Wege, auf denen die Fahrzeuge stecken blieben, für deutsche Begriffe nur unebenes Gelände mit tiefen Wagenspuren. Pferde fielen an Erschöpfung aus.

15.07.1941

Bei Postawy wurde am ein zweiter Ruhetag eingelegt.


Ein Ruhelager in Russland

(Bildquelle: Herr Wolfgang O. - Privatbesitz) - Bild 38 - 39 - 40 im Register

16.07.1941

Am Abend wurde der Vormarsch im Regen fortgesetzt. Inmitten großer Wälder durchschritten die Marschgruppen den Bahnknotenpunkt Woropajewo.

18.07.1941

Die Stadt Luzki wurrde erreicht. Vom Pi.Btl.196 wurden die 2. und 3.Kp. unter den Leutnanten Bandelow und Schliep zum Brückenschutz nach Dzisna vorgezogen.

19.07.1941

Die Division erreichte Dzisna. Die Düna, ein in etwa 300m breiter Strom, lag vor der Truppe. Eine Pontonbrücke führte an das jenseitige Ufer. Die Division hatte in den letzten 15 Tagen von der ostpreußischen Grenze bis zur Düna 460km marschiert. Am jenseitigen Ufer der Düna waren, wie auch am übrigen, früheren Grenzverlauf der Sowjetunion, unzusammenhängende Befestigungswerke entstanden, die zum Teil noch nicht voll- endet, jedoch bereits verteidigungsbereit waren. Auf deutscher Seite wurden sie als "Stalinlinie" bezeichnet. Das Pi.Btl.196, das seine zum Brückenschutz vorgeschobenen Kompanien wieder aufnahm, überschritt die Brücke bei Dzisna.

20.07.1941

Die Masse der Division überquert die Düna. Die Übergangsstelle war besonders durch Flak, Fla und Pak gesichert. Herumliegendes Kriegsgerät und Minenfelder zeugten von den Kämpfen im Brückenkopf, feste Stellungen und Panzerhöcker der Stalinlinie hatten den Durchbruch sehr er- schwert. Der Marsch ging weiter über Myschki und Borkowitschi nach Bokatschi, wo die Eisenbahnlinie von Witebsk über Dünaburg nach Riga, sowie Drissa, ein Nebenfluss der Düna, überschritten worden waren, um über Sokotischtsche und Golowschtschina nach Kljastizy zu gelangen.

23.07.1941

Über Juchnowitschi und Mostischtsche wurde am Ossina erreicht. Nach 18 Tagen Vormarsch durch Litauen und Weißruthenien sollte er nun in Russland selbst fortgesetzt werden.