96.ID: Geschichte
Übersicht - Divisionsgeschichte
Übersicht - Kapitel I
Im ersten Drittel des Monats November rollte die Division in etwa 70 Transportzügen nach Süden. Im nördlichen Schwarzwald im Raum Pforzheim-Maulbronn-Mühlacker wurde, meist bei dunkler Nacht, ausgeladen. In mehreren anstrengenden Nachtmärschen mit ungewohnten Steigungen und bei unfreundlichem Wetter zogen die Bataillone und Abteilungen ihrem neuen Einsatzraum zu. Vom 11.November ab löste die 96.Division die 215.Division in den Bunkerstellungen am Rhein vorwärts der Linie Karlsruhe-Bühl ab.
Einsatz am Oberrhein
Die Division unterstand dem XXV. A.K. des Generals der Infanterie Ritter von Prager, Gefechtsstand Baden-Baden und dem Oberkommando der 7.Armee des Generals der Artillerie Dollmann, Gefechtsstand Calw. Sie gehörte damit zur Heeresgruppe C des Generaloberst Ritter von Leeb, unter dessen Oberbefehl sie 1941 an der russischen Nordfront kämpfen sollte. Divisionsstab und Art.Rgt. bezogen ihre Gefechtsstände in Malsch am Rande des Schwarzwaldes.
Zunächst wurden drei Regimentsabschnitte gebildet: Nord IR 284 mit I./AR 196, Mitte IR 283 mit II. und IV./AR 196 und Süd mit IR 287 mit III./AR 196 und einer zugeteilten schweren Art.Abt. (II./61 später II./71). Je Regiment lagen 2 Btl. in den Stellungen, das dritte blieb im Wechsel in Reserve, dazu die Panzer Abw.Abt. Diese Reserven lagen meist in Karlsruhe und Ettlingen in Kasernen. Das Pionier-Bataillon erhielt Pionieraufgaben in den einzelnen Abschnitten. Der Divisionsstab und der Stab des Artillerieregiments bezogen Gefechtsstände an Nordrand des Schwarzwaldes in Malch.
Stab des I.R.284
Am rechten Flügel bei Maxau sicherte eine schwache gemischte Abteilung die Brücken, die zur Nachbar-Division, der 98.Infanterie Division, im Bienenwald hinüberführten. Auch die rechte Kompanie des Rgts. 284 hatte noch keinen Feind gegenüber. Südlich der Lautermündung begannen dann auf dem gegenüberliegenden Ufer die französischen Bunkerstellungen, ihnen gegenüber in etwa 45 km Frontbreite, mit dem linken Flügel bei Ulm-Lichtenau, besetzte die 96.Division die ausgebauten rund 200 Bunker, die vielfach eingebaute schwere Waffen enthielten. Meist lagen 2 Schtzkp. und die MGK in vorderer Linie und eine in Reserve, dahinter die Gefechtsstände und Batteriestellungen. Am gefährdesten für feindliche Unternehmungen erschienen die Flussbögen bei Söllingen und Greffern am linken Flügel. Linker Nachbar war die 14.Landwehr Division, später die 95.Infanterie Division.
Der Stab des I.R.284 im März 1940. v.l.n.r.: Müller-Beierstedt, Klein-Schmeink, ... , Bense, Kaumann, Armbruster, Nennecke, Sterneborg (Bild 2 im Register)
Für alle Einheiten standen der weitere Ausbau und die Instandhaltung der Stellungen und Anmarschwege ständig im Vordergrund. Pioniere und Fahrkolonnen halfen im ganzen Abschnitt aus. ... Die Sanitätseinrichtungen richteten Hauptverbandsplätze in Ettlingen, Kuppenheim, Sinzheim und Bühl ein, das Feldlazarett wurde in Gernsbach eingesetzt. Im Wesentlichen hatten sie nur normale Krankenbehandlungen durchzuführen, da Verwundete kaum anfielen und Seuchen nicht auftraten.
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Am 10. und 14. Dezember unternahm das IR 283 Spähtruppunternehmungen auf das jenseitige Rheinufer, sie wurden von den Leutnanten Pipo und Behrends geführt. Die wiederholten Angriffplanungen der obersten Führung und die damit verbundene Alarmbereitschaft für die Truppe im Laufe des Winters berührten die 96.Division nicht, da sie nur für die Heeresgruppen A und B galten. Anfang Januar begann dann die Ablösung durch die 246.Infanterie Division mit ziemlich schwierigen Marschbewegungen, da sie nicht nach rückwärts sondern parallel zur Front über den rechten Flügel verliefen. Nördlich von Karlsruhe im Raum um Bruchsal teils in der Rheinebene teils im Schwarzwald wurden Quartiere bezogen bei, wie überall in dieser Gegend, äußerst freundlichen und gastfreien Quartiergebern.
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Schon Ende Januar löste die 96.Division erneut die 246.Division in der Oberrheinfront ab. Diesmal übernahm Hptm. Thome mit der Panzerabwehr Abt., der Radfahrschwadron, einer Brückenwacht-Komp. und einer Grenzwacht-Battr. den bisherigen Abschnitt der IR 284 im Norden, die Regimenter 283 und 287 bezogen ihre alten Abschnitte und am linken Flügel verlängerte das IR 284 den Divisionsabschnitt von Ulm-Lichtenau bis Freistett einschließlich. 57 km Frontbreite hatte die Division nun. Der Artl.Kommandeur bezog einen neuen Gefechtsstand in Rastatt. I. und IV.Abt wurden bei IR 283, III. und eine zugeteilte schwere Abt. bei IR 287 und II.Abt. mit 11.Battr. bei IR 284 eingesetzt. So begann wieder das eintönige Leben mit Wache und Arbeitsdienst in den Kampfständen und mit Ausbildung bei den Reserven, der Kampf mit dem Eis und dem Hochwasser und der zeitweilige Feuerkampf mit dem Feind.
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Mitte April konnte die Masse der Division endlich die Bunker verlassen, zwischen dem 12. und 18. löste die 555.Division ab, nur das Artl.Rgt. blieb noch bis gegen Ende des Monats in seinen Stellungen, da die Artillerie der ablösenden Division mit ihren polnischen Geschützen noch nicht voll einsatzbereit war. Wieder zog man in Kasernen und Quartiere in und um Karlsruhe, Ettlingen, Bruchsal und in freundliche Dörfer im Schwarzwald und Rheintal.