3.1. Kampf um den Aisne-Übergang

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Die Armee stand vor der schweren Aufgabe, mit dem rechten Korps über den versumpften Ailette-Grund den westlichen Chemin des Dames zu erstürmen, mit dem linken vom mittleren Chemin des Dames aus den tief eingeschnittenen Oise-Aisne-Kanal und die Aisne zu überschreiten und das südwestlich davon gelegene Höhengelände zu gewinnen, während der linke Nachbar, die 2.Armee, sich zunächst nicht am Angriff beteiligte. Mit großer Zähigkeit und starken Kräften kämpfte die 6.französische Armee in der nach dem neuen Oberbefehlshaber genannten "Weygand-Linie" hier auf dem Schauplatz jahrelanger schwerer Kämpfe von 1914/18.

Hier fanden auch Teile der 96.Inf.Div. den ersehnten ersten Einsatz in offener Feldschlacht. Das A.R.196 (ohne I.) mit Teilen der N.A.196 und Pi.Btl.196 wurden der 291.Inf.Div. des XXXXII. A.K. unterstellt. Die Stärke der französischen Stellungen und die Schwierigkeiten des Geländes erforderten einen massierten Artillerieeinsatz. 10 Abteilungen mit insgesamt 29 Batterien (15 1.F.H., 12 s.F.H. und 2 10 cm Kan.Battr.) wurden mit dem Kommandeur A.R.196, Oberst Holzhausen, als Artl.Kdr. unterstellt. Aufgabe der 291.Inf.Div. war es, über die Linie Braye-Bourg nach Südwesten anzugreifen, die Höhen nördlich Soupir (Soupir-Nase) zu nehmen und den Aisne-Übergang zu erzwingen.

Die IV./A.R.196 unter Hauptmann Witt bildete mit drei anderen Abt. der A.R.291 die Artl.Gruppe West und hatte das I.R.505 zu unterstützen, die von Oberstleutnant Steuber (II./196) geführte Gruppe Ost mit II. und III./A.R.196 und III./A.R.291 das I.R.506, während drei schwere Abt. als Fernkampfartillerie zur Bekämpfung der französischen Artillerie und Störung der Anmarschwege eingesetzt waren.

Am 4.Juni bezog die Masse der Batterien ihre Feuerstellungen am Rand des Chemin des Dames beiderseits Courtecon, die III./A.R.196 südlich davon, davor die B-Stellen auf den Höhen ostwärts Braye, westlich Beaulne und besonders auf dem "Sargdeckel" nördlich Bourg.


Aisne-Übergang Juni 1940

Im Oise-Serre-Bogen fand die 96.Inf.Div. einige willkommene Ruhetage im Raum Marle-Vervins-Guise (ausschl.). Rund 600 km waren von Karls- ruhe bis nördlich Laon zurückgelegt worden. Der bei St.Quentin erwartete Einsatz war durch die Entwicklung der operativen Lage überholt, auch die 96.Inf.Div. nahm nun die Front nach Süden. Sie wurde der auf dem rechten Flügel der Heeresgruppe A (Gen.Oberst. v. Rundstedt) einge- setzten 9.Armee (General Strauß) unterstellt. Bei dieser standen das XVIII. A.K. rechts, das XXXXII. A.K. links in vorderer Linie, dahinter das XXXXIII. A.K. (Gen.Lt. Böhme) als Armee-Reserve; letzterem unterstand auch die 96.Inf.Div. Jedes Korps verfügte über 3 Divisionen.


Zwischen Oise und Seine